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Unsere Schule ist mehr als 100 Jahre alt!

Im Jahr 1913 wurde die Schule an der Carl-Schurz-Straße als Private Höhere Mädchenschule (Lyzeum) von der berühmten Pädagogin Anna Vietor errichtet. Damals hieß die Straße noch Bürgermeister-Smidt-Straße, und zwischen der neuen Schule und dem St. Joseph-Stift lagen noch Wiesen und Viehweiden.

Im Jahr zuvor hatte Vietor die renommierten Architekten Abbehusen und Blendermann damit beauftragt, ein vorbildliches Schulgebäude mit großen hellen Räumen zu bauen. Das fortschrittliche Bauwerk war lange Zeit ohne Konkurrenz. Neben einer Aula und einer modernen Turnhalle gab es sogar einen Raum für physikalische und chemische Praktika. Die beiden Architekten erbauten in Bremen übrigens auch das Theater am Goetheplatz.

1922 wurde die private Schule vom Staat übernommen, aber Anna Vietor blieb noch bis 1925 die Schulleiterin vom nunmehr „Städtischen Lyzeum Vietor“. Sie lebte in der späteren Hausmeisterwohnung unter dem Dach bis zu ihrem Tod 1929.
Im hinteren Quertrakt waren damals Turnhalle und Aula, auf den langen Fluren waren jeweils fünf Klassenräume, die erst im Jahr 1987 in jeweils drei größere Räume umgebaut wurden. Im vorderen Teil der Schule waren Fachräume für Handarbeiten, Physik, Musik etc. untergebracht. Bis zum Jahr 1945 wurden übrigens ausschließlich Mädchen hier unterrichtet.

1944 wurden bei einem großen Bombenangriff der hintere Quertrakt sowie die beiden letzten Klassenräume zerstört. Dabei starben 43 Menschen, die im Schulbunker unter der Turnhalle Schutz gesucht hatten. Einen zweiten Treffer erlitt das Gebäude kurz vor Kriegsende. Im letzten Kriegsjahr wurden die Schülerinnen nach Aue in Sachsen ausgelagert.

Neustart nach dem Krieg

Nach dem Krieg 1945/46 wurde die Schulbehörde im Schulgebäude untergebracht. Bis 1956 erhielten die Kinder von zeitweise vier verschiedenen Volksschulen in dem Restgebäude Unterricht. Damit alle Kinder Platz hatten, wurde in Schichten über den Tag verteilt unterrichtet. So waren bis zum Sommer 1951 Schüler der Schule am Baumschulenweg in dem Schulgebäude an der Carl-Schurz-Straße, bis zum Sommer 1956 auch Schüler der Schule an der Schaumburger Straße, bis sie in die neue Schule an der Lothringer Straße zogen. Zuvor war das Lyzeum Vietor 1953 an die Kippenberg-Schule angegliedert worden.

Am 20.10.1950 wurde der neu erstellte Quertrakt eingeweiht. Die unteren drei Klassenräume waren durch Faltwände getrennt, so dass sie teilweise als Turnhalle genutzt werden konnten. Meistens jedoch wurde in der Eingangshalle, auf dem noch öden Beton-Schulhof oder auf den Grünflächen des benachbarten Kippenberg-Gymnasiums geturnt. Erst im Jahr 1968 wurde die heutige Turnhalle errichtet.

1965 fand ein Schulleiterwechsel statt. Fritz Laue, der die Schule nach dem Krieg übernommen hatte, wurde von Hans-Jürgen Hübner abgelöst. Im Sommer 1978, mit der Einführung der Orientierungsstufe, verließen die letzten Schüler der 6. Klasse die Schule. Danach wurde die Schule als Grundschule von der 1. bis zur 4. Klasse fortgeführt. Mittlerweile hatte Dorothea Beer die Leitung übernommen. Im Jahr 1985 übernahm Marianne Weise erneut – wie schon nach dem Weggang von Herr Hübner - kommissarisch die Leitung, bis 1986 Gabriele Lindemann eingesetzt wurde. 2005 übernahm Micaela Salfeld die Leitung, verstarb jedoch im Juni 2006. Seit August 2006 wird die Schule von Claudia Neumann geleitet.

Neben dem Gebäude und den Schulleitern änderte sich auch die Pädagogik im Laufe der Jahrzehnte. So beschäftigte man sich Ende der 90er Jahre intensiv mit dem Profil der Schule. Besondere Schwerpunkte liegen in den Bereichen Musik, Sport, Kunst und Theater.

Anfang 2000 wurde die Schule zur „verlässlichen Grundschule“. Eine Elterninitiative gab den Anstoß zur Gründung des den 12-Uhr-Club, ein pädagogischer Mittagstisch mit anschließender Betreuung von Schülern und Schülerinnen.

2008 wurde unser Schulhof in einer großen Umbaumaßnahme neu gestaltet.

Der Umbau erfolgte in Zusammenarbeit mit der Senatorin für Bildung, Wissenschaft und Gesundheit, dem Ortsbeirat und dem Schulverein.

Der Schulhof ist am Nachmittag ein öffentlicher Spielplatz.

Im Jahr 2013 wurde das hundertjährige Bestehen der Schule den Schülern und Schülerinnen mit zahlreichen Projekten nahe gebracht.

Außerdem wurde ein großes Fest gefeiert, zu dem auch zahlreiche Ehemalige kamen.

In einer Sonderausgabe der Schulzeitung, dem „Goldenen Carlchen“, wurde die Geschichte detailliert dargestellt und mit Augenzeugenberichten und historischen Fotos lebendig gemacht.

Hier geht es zum Bericht der 100-Jahr-Feier